Media

4 Wände


Ich kenne diese Wände,
hab sie hundert Mal gezählt.
Es sind vier Stück an der Zahl,
jedoch kein Raum; der Ausgang fehlt.
Hab mich selbst hier eingemauert
mit Bedeutungslosigkeit,
doch so sehr die Sehnsucht martert,
Scheine ich dennoch nicht bereit,
einen Ausbruch zu versuchen,
weil die Angst in mir mich lähmt,
weil sie irgendwo dort draußen
meine Selbsterkenntnis wähnt.
Draußen wartet die Verzweiflung
und hier drin herrscht Einsamkeit,
so verliere ich mich im Spiegel,
der mich immerzu anschreit.

Und ich rede mit mir selbst,
um die Stille nicht zu hören
und die Wahrheit drängt sich auf, sie will sich nähern;

doch zum Glück bleibt sie noch fern.

Darf mir selbst nicht eingestehen,
wo ich mich zu Hause fühle,
wo ich selbst mich nicht vermisse,
dies Geständnis wäre zu viel.
Denn zu oft war ich da draußen,
hab mich dort fast selbst zerstört
und die Angst davor wird spürbar,
wenn Erinnerungen wiederkehren
in Form von Situationen,
die ich selber nicht verstehe,
sie durchziehen mich mit Kälte
und ganz plötzlich tut es weh.
Es werden Narben aufgerissen,
es dringt die Erkenntnis in mich ein:
Ja, die Antwort meiner Fragen
könnte viel zu einfach sein.

Wieder rede ich mit mir selbst,
doch ich höre schon nicht mehr hin,
denn eine neue Stimme
gibt mir wieder Sinn

und ich weiß wieder, wer ich bin

Manchmal fühle ich mich nicht allein.
Und dennoch darf dies nur ein Irrtum sein.
Wie lang habe ich mich selbst vermisst?
Warum spüre ich mich
nur, wenn sie bei mir ist?